Stellenausbau der Schulpsychologie in Baden-Württemberg geht in die zweite Runde
Ab September 2011 werden in Baden-Württemberg weitere 50 Schulpsychologinnen und
Schulpsychologen eingestellt. Damit wird der notwendige Ausbau der Schulpsychologie
weiter fortgesetzt. Lange Zeit gehörte die baden-württembergische Schulpsychologie
im Bundesländervergleich personell eher zu den Schlusslichtern. Im Jahr 2007 wurden
nach einer unspezifischen Amokdrohung im Dezember 2006 die Zahl der bestehenden
Schulpsychologe/innen erstmals um 50 neue Stellen erweitert. Schon damals wurde klar
im Ernstfall reicht das bestehende Personal nicht aus, um adäquate Hilfe zu leisten.
Denn Schulpsycholog/innen sind nicht nur in Krisenfällen im Einsatz. So war und ist
das Aufgabenfeld der Schulpsychologie ziemlich breit. Neben der Einzelfallberatung
von Eltern, Schüler/innen und Lehrkräften wird die Schulpsychologie für Fortbildung
und Systemberatung und der Aus- und Weiterbildung von Beratungslehrkräften, sowie in
den letzten Jahren vermehrt zur Unterstützung bei Fallbesprechungen und Supervision
von Lehrkräften angefragt.
In Folge des Amoklaufs in Winnenden rückte die Arbeit der Schulpsycholog/innen in
Baden-Württemberg nochmals stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Bis heute arbeiten
in Winnenden Schulpsycholog/innen vor Ort, um Schüler/innen, Eltern und Lehrkräfte im
Alltag zu unterstützen. Im März 2010 setzte die Landesregierung von Baden-Württemberg
ein klares Signal für den weiteren Ausbau des schon bewährten Unterstützungssystems
der Schulpsychologie. Die Empfehlungen des Sonderausschusses "Konsequenzen aus dem
Amoklauf in Winnenden und Wendlingen - Jugendgefährdung und Jugendgewalt", die Zahl
der Schulpsychologe/innen zu verdoppeln, wurden in die Tat umgesetzt. Bereits im
September 2010 begann die erste Runde des Ausbaus. Von den geplanten 100 neuen Stellen
wurden 30 besetzt. Dass trotz knapper Kassen das bewährte System ausgebaut wird,
unterstreicht die Bedeutung der zumeist präventiven Arbeit der Schulpsychologe/innen
vor Ort. Die Fortsetzung des geplanten Ausbaus 2012 ist ein weiterer folgerichtiger
Schritt in diese Richtung, um den Bedürfnissen von Eltern, Schüler/innen, Lehrkräften
und Schulen gerecht werden zu können. Um auf Dauer der steigenden Nachfrage und der
wachsenden Vielfalt der Themenfeldern gerecht und zugleich nachhaltige Arbeit vor Ort
leisten zu können, bedarf es personeller Ressourcen. Die berufspolitischen Aktivitäten
des BDP und LSBW leisten einen Beitrag dazu, den Ausbau des schulpsychologischen
Unterstützungssystems langfristig - über akute Krisenfälle hinaus - zu forcieren.
Juni 2011, Sandra Rausch, Landesbeauftragte BW der Sektion Schulpsychologie im BDP und
Stellvertretende Vorsitzende des LSBW
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